Turnierregeln des Backgammon-Amateur-Eventturnier

Die Regeln sind eine Aufstellung allgemein akzeptierter Prinzipien bestmöglicher Vorgehensweisen zum Genuss des Turnierbackgammons für alle Beteiligten. Die Regeln sind jedoch nicht dazu gedacht, jede möglicherweise im Laufe eines Turniers aufkommende Situation abzudecken und sind folgerichtig kein Ersatz für die Entscheidungs- und Ermessensfreiheit seitens des Turnierdirektors, in jedweder Situation den geeignetsten Beschluss zu fassen. Jede Verwendung der männlichen Sprachform soll als geschlechtsneutral betrachtet werden. Die Verwendung von „Spieler“ oder „Gegner“ soll sinngemäß auch für Teams gelten.

1.Etikette

(i) ALLGEMEIN – Von Turnierdirektoren sowie Spielern wird erwartet, dass sie sich im Geiste des Spiels verhalten, was sich durch großzügigen Sportsgeist und faires, bedachtes Verhalten äußert.

(ii) HANDHABUNG DES EQUIPMENTS – Spieler müssen das Equipment auf angemessene Weise behandeln.

(iii) STRAFEN – Ein Spieler, welcher gegen Absatz 1., Abschnitt (i) – (ii) verstößt, kann disqualifiziert und vom Turnier ausgeschlossen werden. In besonderen Fällen kann der Spieler zeitweise von künftigen Turnieren ausgeschlossen werden.

2. Registrierung ZULASSUNG – Der Turnierdirektor entscheidet über die Zulassung von Spielern, die sich für das Turnier anmelden. Ein Spieler kann nach alleinigem Ermessen des Turnierdirektors ausgeschlossen werden, und in einem solchem Fall ist dem Spieler eine Erklärung der Entscheidung zu geben.

3. Offizielle Sprachen:  Die offiziellen Sprachen des Turniers soll die vorherrschende Sprache des Landes, in dem das Turnier stattfindet, sein. Während eines Matches ist es weder den Spielern noch den Zuschauern gestattet, in einer anderen Sprache als den offiziellen Sprachen zu sprechen. Wiederholte Verstöße eines Spielers oder Zuschauers gegen diese Verordnung können zunächst eine Warnung und in der Folge Strafpunkte, Disqualifikation oder Ausschluss vom Turnier nach sich ziehen.

4. Zuschauer (i) ALLGEMEIN – Zuschauer sollten Turnierbackgammon generell so ruhig und unauffällig wie nach vernünftigem Ermessen möglich beobachten. Zuschauer dürfen nicht auf Fehler oder illegale Aktionen in einem Spiel hinweisen und sollten das Spiel auch in keiner Weise kommentieren, was das Fragen nach dem Punktestand einschließt. Ein Zuschauer kann jedoch den Turnierdirektor diskret darauf aufmerksam machen, wenn Gründe zur Besorgnis vorliegen, wie zum Beispiel, aber nicht ausschließlich: Betrug; Fehler bezüglich ungültiger Verdopplungen gemäß Absatz 4.4, Abschnitte (iv), (vi), (vii) oder (viii).

(ii) SIGNALE UND ANDERE FORMEN DER HILFE VON AUSSERHALB – Während eines Matches ist es Zuschauern nicht gestattet, den Spielern in irgendeiner Weise zu helfen oder Signale zu übermitteln.

(iii) STRAFEN – Verstöße gegen Absatz 4, Abschnitt (i) und (ii) können zum Ausschluss der beteiligten Zuschauer führen. In außergewöhnlichen Fällen können solche Zuschauer zeitweise oder dauerhaft von zukünftigen Turnieren ausgeschlossen werden.

(iv) ANTRÄGE – Ein Spieler darf mit stützender Erklärung einen Antrag stellen, einen oder mehrere Zuschauer vom Beobachten des Matches auszuschließen.

5. Allgemein, Aufnahmen, Streaming, Kopfhörer, Mobiltelefone, Signale und andere Formen der Hilfe von außen: 

(i) ALLGEMEIN – Während ein Match läuft, darf ein Spieler keine elektronischen, mechanischen, geschriebenen, oder andere Formen der Hilfe nutzen, abgesehen von denen, die nötig sind, um den Punktestand zu notieren.

(ii) AUFNAHMEN UND STREAMING – Um ein Match oder einen Teil davon, einschließlich individueller Positionen, aufzunehmen und/oder zu streamen, darf ein Spieler jedwedes Equipment nutzen, das er dafür nach vernünftigem Ermessen als notwendig und angemessen erachtet, einschließlich Positionskarten, Computer-, Video- oder Kamera-Equipment (in Form eines Mobiltelefons oder anderweitig), sofern der Gegner dem in jedem Fall zustimmt, wobei diese Zustimmung nicht ungerechtfertigt vorenthalten werden darf. Der Turnierdirektor darf eine derartige Zustimmung zu jeder Zeit widerrufen. In Matches müssen Positionsaufnahmen am Ende des Spielzugs eines Spielers gemacht werden. 

(iii) KOPFHÖRER – Während eines Matches darf ein Spieler nur Kopfhörer tragen, wenn der Gegner diesem zustimmt, wobei eine solche Zustimmung nicht ungerechtfertigt vorenthalten werden darf. Der Turnierdirektor kann eine solche Zustimmung jederzeit widerrufen.

(iv) MOBILTELEFONE – Während ein Match läuft und abgesehen von Pausen oder zu Aufnahmezwecken wie hier beschrieben, darf ein Spieler kein Mobiltelefon nutzen, außer wenn der Gegner diesem in jedem einzelnen Fall zustimmt. Der Turnierdirektor kann eine derartige Zustimmung jederzeit widerrufen.

(v) SIGNALE UND ANDERE FORMEN DER HILFE VON AUSSERHALB – Während ein Match läuft, dürfen Spieler keine Signale oder andere Formen von Hilfe von Zuschauern erhalten.

(vi) STRAFEN – Jedwede Verletzung des Absatzes 5, Abschnitte (i) bis (v) kann zu einer Warnung, zu Strafpunkten, zur Disqualifikation sowie zum Ausschluss des betroffenen Spielers führen. In außergewöhnlichen Fällen kann ein Spieler zeitweise oder dauerhaft von zukünftigen Turnieren ausgeschlossen werden.

6. VORSCHRIFTEN Ort : Alle Matches müssen in dem von der Turnierleitung festgelegten Turnierbereich ausgetragen werden. Ein Spieler darf darauf bestehen, das Match in einer rauchfreien Umgebung zu spielen.

7. Das Amateurturnier wird grundsätzlich immer ohne Uhr gespielt !!

8. Langsames Spiel

(i) STRAFEN - Wann immer ein Turnierdirektor den Eindruck hat, ein Match werde mit unangemessen langsamer Geschwindigkeit gespielt, kann eine Warnung ausgesprochen werden, falls das langsame Spiel andauert, Strafpunkte vergeben werden.

9. Vorbereitung - Das Board:

Sofern verfügbar, kann ein Spieler darauf bestehen, dass das Board in geöffnetem Zustand mindestens 44 cm auf 55 cm und höchstens 66 cm auf 88 cm Größe aufweist. Wenn ein solches Board erst verfügbar wird, nachdem das Match bereits begonnen hat, kann der Spieler verlangen, dass es ausgewechselt wird. Das Board kann nur zwischen zwei Spielen ausgewechselt werden. Alle nicht benutzten Würfel und Verdopplungswürfel sollten vor Start des Matches vom Board entfernt werden.

10. Becher:

Sofern verfügbar, kann ein Spieler darauf bestehen, Bechern mit Würfelkante gegenüber solchen ohne den Vorzug zu geben. Wenn Becher mit Würfelkante zu Beginn eines Matches nicht verfügbar sind, kann ein Spieler darauf bestehen, diese auszuwechseln sobald solche mit Würfelkante verfügbar werden, auch wenn dies mitten in einem Spiel ist.

11. Die Würfel

(i) ALLGEMEIN – Sofern sie verfügbar sind, kann ein Spieler darauf bestehen, Präzisionswürfeln gegenüber normalen Würfeln den Vorzug zu geben. Wenn zu Beginn eines Matches keine Präzisionswürfel verfügbar sind, kann ein Spieler darauf bestehen, diese auszuwechseln sobald welche verfügbar sind, auch wenn dies mitten in einem Spiel ist.

Die Spieler wählen vier Würfel aus. Diese müssen für das gesamte Match genutzt werden. Jeder Spieler muss zwei Würfel benutzen.

12. Baffelbox Option. In jedem Turnier können Spieler die Bafflebox nutzen, wenn beide sich darauf einigen. PLATZIERUNG – Wenn eine Bafflebox genutzt wird, muss sie gegenüber dem Homeboard der Spieler platziert werden.

13. Board, Aufnahmen

Der Turnierdirektor kann nach alleinigem Ermessen und in jedweder Kombination beschließen: dass ein Match auf einem bestimmten Board gespielt und durch Filmen aufgezeichnet wird. Einsprüche können gegen eine solche Entscheidung nicht geltend gemacht werden.

14. Das Spiel Würfel und Würfe

(i) ZUFALLSWÜRFE– Es werden Würfel genutzt, um zufällige Zahlen zwischen 1 und 6 zu erhalten. Jede andere Benutzung der Würfel ist eine Verletzung der Regeln und nicht im Geiste des Backgammons.

(ii) HANDHABUNG DER WÜRFEL – Die Würfel dürfen nicht berührt werden, während sie ‚live‘ sind. Würfel werden als ‚live‘ angesehen, solange ein Zug im Gange ist und nicht abgeschlossen wurde. Allerdings darf ein Spieler, wenn nötig, seine eigenen Würfel über das Board schieben, um Platz zum Bewegen der Checker zu schaffen.

(iii) TAUSCHEN DER WÜRFEL – Ein Spieler darf vor jedem Spiel des Matches verlangen, dass alle vier Würfel gemischt werden. In einem solchen Fall muss der Spieler, der den Tausch verlangt, alle vier Würfel in einem Becher schütteln und werfen. Die Spieler wählen dann abwechselnd einen Würfel, beginnend mit dem Spieler, der den Tausch nicht verlangt hat.

(iv) GÜLTIGE WÜRFE – Im Allgemeinen müssen alle Würfe auf der rechten Seite des Boards ausgeführt werden.

(a) In Matches ohne Bafflebox besteht ein gültiger Wurf aus einem kräftigen, aber nicht exzessiven Schütteln der Würfel in einem Becher und anschließendem Rollen der Würfel aus dem Becher über das Spielfeld. Während die Würfel rollen, dürfen sie nicht die Hand des Spielers berühren und der Becher nicht das Board. Die Würfel müssen frei rollen und in der Boardhälfte zur Rechten des Würfelnden flach zum Liegen kommen. Wenn dies nicht erfüllt ist, ist der Wurf ungültig und muss wiederholt werden. Wenn der Gegner diesem zugestimmt hat, darf ein Spieler in die Boardhälfte zu seiner Linken würfeln. Die Erlaubnis links zu würfeln endet, wenn der Gegner seine Erlaubnis zurückzieht; der Spieler würfelt dann sofort oder ab dem folgenden Spiel wieder rechts. Zur Klarstellung sei angemerkt, dass Würfel, die nur aufgrund von Unebenheiten der Oberfläche des Boards nicht flach liegen, einen gültigen Wurf darstellen.

(b) In Matches, in denen mit Bafflebox gespielt wird, besteht ein gültiger Wurf darin, dass die Würfel aus der Hand oder aus dem Becher in die Bafflebox fallen gelassen werden. Die Würfel müssen auf der Spieloberfläche in der Boardhälfte, die an die Bafflebox anschließt, flach zum Liegen kommen. Wenn dies nicht der Fall ist, ist der Wurf ungültig und muss wiederholt werden. Zur Klarstellung sei angemerkt, dass Würfel, die nur aufgrund von Unebenheiten der Oberfläche des Boards nicht flach liegen, einen gültigen Wurf darstellen.

15. VERFRÜHTES WÜRFELN

Wenn ein Spieler würfelt, bevor sein Gegner seinen Zug beendet hat, so steht der Wurf !!

16. BEENDEN DES ZUGES :

Der Spieler beendet seinen Zug, indem er einen oder beide Würfel aufnimmt.

17. Checker und Züge :

(i) ZÜGE – Spieler müssen ihre Züge klar ziehen und dürfen nur eine Hand benutzen, um die Checker zu bewegen. Checker von der Bar müssen wieder eingespielt werden, bevor irgendein anderer Checker bewegt werden darf. Wiederholte Verfehlungen seitens eines Spielers gegen diese Vorschriften können zu einer Verwarnung und in der Folge auch zu Strafpunkten führen.

(ii) HANDHABUNG DER CHECKER –

Ein Spieler sollte weder seine eigenen noch die Checker des Gegners berühren, während sein Gegner am Zug ist. Checker, die geschlagen wurden, müssen auf der Bar bleiben, bis sie auf legale Weise wieder in das Spiel eingesetzt werden. Ausgespielte Checker müssen von der Oberfläche des Spielfeldes bis zum Ende des Spiels ferngehalten werden. Wiederholte Verfehlungen seitens eines Spielers gegen diese Vorschriften können zu einer Verwarnung und in der Folge auch zu Strafpunkten führen.

18. ILLEGALE ZÜGE

(a) Wenn ein illegaler Zug von einem der beiden Spieler bemerkt wird, bevor sein Gegner einen gültigen Wurf gemacht oder ein korrektes Doppel angeboten hat, muss er korrigiert werden. Nur die Spieler, der Turnierdirektor und ein offiziell eingesetzter Beobachter dürfen auf illegale Züge hinweisen, außer wenn beide Spieler deutlich eine gegensätzliche Absicht die Zuschauer oder einen Mitschreiber betreffend zum Ausdruck gebracht haben.

Ein illegaler Zug gilt, sobald der Gegner einen gültigen Wurf gemacht oder ein korrektes Doppel angeboten hat.

(b) KORREKTUR ILLEGALER ZÜGE  Um einzufordern, dass ein Zug zurückgenommen wird, wird der Gegner zunächst mit der Tatsache konfrontiert. Hat der Gegner die Tatsache akzeptiert, werden die Würfe wieder korrekt auf das Spielfeld gelegt und der Zug legal ausgeführt.

Wiederholte illegale Züge können zunächst zu einer Warnung und in der Folge zu Strafpunkten führen.

19. FEHLER IN DER STARTPOSITION –

a) Wenn ein Fehler in der Startposition bemerkt wird, nachdem der Spieler, der das Spiel begonnen hat, seinen zweiten Zug mit einem gültigen Wurf oder korrekten Doppelangebot begonnen hat, so ist die Position trotz des Fehlers gültig. Ein Fehler, der bemerkt wird, bevor der Spieler, der das Spiel begonnen hat, seinen zweiten Zug mit einem gültigen Wurf oder korrekten Doppelangebot begonnen hat, muss korrigiert werden. Zur Klarstellung sei angemerkt, dass ein Spieler, der mit weniger als 15 Checkern beginnt, immer noch ein Gammon oder Backgammon verlieren kann.

b) ZUGAUSFÜHRUNG –

Spieler sollten nicht in unkontrollierter Art und Weise ihre Checker auf dem Board hin und her schieben um neue Positionen auszuprobieren. Wiederholte Verstöße hiergegen können zunächst zu einer Warnung und in der Folge zu Strafpunkten führen.

20. Verdopplungswürfel

(i) STARTSTELLUNG DES VERDOPPLUNGSWÜRFELS - Beide Spieler haben darauf zu achten, dass sich der Verdopplungswürfel zu Beginn jedes Spieles in der Mitte zwischen beiden Spielern befindet und dass die Seite ‚1‘ oder ‚64‘ nach oben zeigt. Wenn der Verdopplungswürfel sich nicht in der Mitte befindet, muss er dorthin gelegt werden, sobald die Spieler den Fehler bemerken. Von dieser Regel ausgenommen ist das Crawford-Spiel; in diesem sollte der Verdopplungswürfel ganz vom Board entfernt werden.

(ii) VERDOPPELN - Die Spieler dürfen den Verdopplungswürfel nur verwenden, wenn sie am Zug sind. Er muss jedoch verwendet werden, bevor ein Würfelversuch unternommen wurde. Er kann also nicht nach einem ungültigen Wurf verwendet werden. Ein Spieler verdoppelt, indem er den Verdopplungswürfel dreht und so auf das Board legt, dass der Würfel die Verdopplungsstufe direkt über der vorhergehenden Stufe anzeigt (körperliche Handlung) und zusätzlich sagt „Ich dopple“ oder Ähnliches (sprachliche Handlung). Zur Klarstellung sei angemerkt, dass, ungeachtet des Obenstehenden, sowohl (i) die körperliche oder die sprachliche Handlung alleine als auch (ii) die Zurschaustellung einer Verdopplungsabsicht, indem etwa nach dem Verdopplungswürfel gegriffen, auf ihn gezeigt, er berührt oder angehoben wird, als gültige Verdopplungen verstanden werden.

(iii) ANNEHMEN/ABLEHNEN EINER VERDOPPLUNG - Grundsätzlich nehmen Spieler eine Verdopplung an, indem sie den Verdopplungswürfel zu ihrer Seite des Boards bewegen (körperliche Handlung) und „Ich nehme an“ oder Ähnliches sagen (sprachliche Handlung). Der Verdopplungswürfel wird dann innerhalb der Boardgrenzen für beide Spieler sichtbar auf der Seite des Spielers platziert, der die Verdopplung angenommen hat. Grundsätzlich wird eine Verdopplung abgelehnt, indem der Verdopplungswürfel so gedreht wird, dass die Seite ‚1‘ oder ‚64‘ nach oben zeigt (körperliche Handlung) und „Ich lehne ab“ oder Ähnliches gesagt wird (sprachliche Handlung). Ungeachtet des Obenstehenden werden jedoch sowohl die entsprechende sprachliche Handlung alleine als auch die entsprechende körperliche Handlung alleine als Annahme oder Ablehnung verstanden.

(iv) CRAWFORD-REGEL - Die Crawford-Regel wird in allen Matches angewandt. Im ersten Spiel, in dem einer der Spieler genau einen Punkt vom Matchgewinn entfernt ist (dem Crawford-Spiel), darf keiner der beiden Spieler den Verdopplungswürfel verwenden. Zur Klarstellung sei angemerkt, dass ein Spieler, der bemerkt, dass sein Gegner während des Crawford-Spieles verdoppelt hat, diesen darauf hinweisen muss. Unterlässt der Spieler diesen Hinweis, kann er mit dem Verlust des Matches und möglicherweise mit dem Ausschluss aus dem Turnier bestraft werden. Wenn ein Spieler im CrawfordSpiel verdoppelt, wird die Verdopplung in folgenden Situationen rückgängig gemacht:

(a) wenn das Spiel noch läuft: Wenn eine Verdopplung in einem laufenden Spiel rückgängig gemacht wird, wird das Spiel ohne Verwendung des Verdopplungswürfels fortgesetzt;

(b) wenn das Spiel schon beendet ist, aber das nächste Spiel noch nicht begonnen wurde: Wenn eine Verdopplung zwischen den Spielen rückgängig gemacht wird, werden die Scorecards der Spieler so berichtigt, dass die Gesamtpunktzahlen denen entsprechen, die sich ergeben hätten, wenn der Verdopplungswürfel nicht verwendet worden wäre und

(c) wenn das Spiel, in dem verdoppelt wurde, das letzte Spiel des Matches war: Wenn eine Verdopplung nach dem Ende des Matches rückgängig gemacht wird, werden die Scorecards der Spieler so berichtigt, dass die Gesamtpunktzahlen denen entsprechen, die sich ergeben hätten, wenn der Verdopplungswürfel nicht verwendet worden wäre, und das Match wird fortgesetzt. Der Turnierleiter ist zum Eingreifen verpflichtet, wenn er darauf hingewiesen wird, dass in einem Crawford-Spiel verdoppelt wurde, so dass die Verdopplung rückgängig gemacht werden kann.

(v) VERFRÜHTES VERDOPPELN - Verdoppelt ein Spieler vor der Beendigung des gegnerischen Zuges, gilt die Verdopplung, sofern sie ansonsten zulässig ist. Der Gegner darf dann mit dem Wissen, dass sein Gegner verdoppeln wird, seinen Zug abschließen.

(vi) VERDOPPELN AUF FALSCHE STUFEN - Wenn ein Spieler auf ansonsten zulässige Weise auf eine falsche Verdopplungsstufe verdoppelt, annimmt oder ablehnt, ist die Verdopplung, Annahme oder Ablehnung gültig, aber die Stufe des Verdopplungswürfels muss berichtigt werden, sodass sie der Stufe einer regelgerechten Verdopplung entspricht.

(vii) VERDOPPELN BEI TOTEM VERDOPPLUNGSWÜRFEL - Wenn ein Spieler den Verdopplungswürfel auf einer Stufe hält, die dafür ausreicht, dass dieser Spieler das Match gewinnt, gilt der Verdopplungswürfel als ‚tot‘ und steht damit diesem Spieler nicht mehr zur Verfügung. Wenn der Spieler unter diesen Umständen versehentlich verdoppelt, ist die Verdopplung ungültig. Sie kann dann in den gleichen Situationen rückgängig gemacht werden wie eine ungültige Verdopplung im Crawford-Spiel (Absatz 4.4, Abschnitt (iv)(a)-(c)), nur wird in diesem Fall die vorherige Verdopplungsstufe (also die des ‚toten‘ Verdopplungswürfels) zur Ermittlung der tatsächlich erzielten Punkte verwendet.

(viii) AUTOMATISCHE VERDOPPLUNGEN, BEAVER UND JACOBY-REGEL - Es sei klargestellt, dass automatische Verdopplungen, Beaver und die JacobyRegel ausschließlich im Moneygame vorkommen und dementsprechend im Turnierbackgammon nicht zulässig sind.

(ix) STREITIGKEITEN ÜBER DIE VERDOPPLUNGSSTUFE – Die Spieler sollten 15 sich bemühen, ständig sicherzustellen, dass die Position und die Stufe des Verdopplungswürfels regelgerecht sind. Im Streitfall wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass dies sowohl für die Position als auch die Stufe der Fall ist. Es obliegt dem Spieler, der dies bestreitet, den entsprechenden Nachweis zu führen.

21. Beendigung

Alle Spiele und Matches sind bis zum Ende auszuspielen, sofern sie nicht durch das Ablehnen eines Doppels oder in einem Match mit Uhr durch Ablauf der Zeit für einen der Spieler beendet werden. Jedoch darf ein Spieler in kontaktfreien Positionen oder wenn anderweitig der Ausgang des Spiels sicher feststeht seinen Verlust in Höhe eines einfachen Spiels, eines Gammons oder eines Backgammons situationsgemäß annehmen. Unter anderen Umständen ist es den Spielern nicht gestattet, sich auf einen Ausgang eines Spieles oder Matches zu einigen. Alle Matches müssen auf die vorgegebene Anzahl von Punkten gespielt werden. Verstöße gegen diese Regel können mit Disqualifikation eines oder beider Spieler geahndet werden. In Ausnahmefällen können die beteiligten Spieler zeitweise oder dauerhaft von zukünftigen Turnieren ausgeschlossen werden.

22. Ergebnismeldungen

Der Gewinner muss dem Turnierleiter nach dem Ende des Matches das Matchergebnis so bald wie nach vernünftigem Ermessen möglich mitteilen. Der Turnierleiter prüft das Ergebnis und trägt es im Spielplan ein. Wenn ein falsches Ergebnis eingetragen wurde, kann es innerhalb einer angemessenen Zeitspanne berichtigt werden, selbst wenn beteiligte Spieler bereits weitere Matches im Turnier begonnen haben.

23. Punktestandsaufzeichnung

Beide Spieler sind aufgefordert, den fortlaufenden Punktestand des Matches nach jedem Spiel aufzuschreiben und sich diesen gegenseitig vor jedem neuen Spiel mitzuteilen. Vor einem Crawford-Spiel müssen die Gegner ansagen, dass das Crawford-Spiel bevorsteht. Wenn sich die Spieler darauf einigen, ist es zulässig ein Scoreboard zu verwenden, das die Länge des Matches, den Punktestand und den Crawford-Status anzeigt. Scoreboards müssen auf Verlangen des Turnierleiters verwendet werden. Selbst wenn ein Scoreboard verwendet wird, sollten sich die Spieler dennoch bemühen, den Punktestand auf ihren eigenen Scorecards zu notieren. Im Streitfall wird die Scorecard des im Match zurückliegenden Spielers als maßgeblich erachtet, sofern sie klar nachvollziehbar und eindeutig ist. Falls nur einer der Spieler auf einer Scorecard notiert hat, ist diese im Streitfall maßgeblich.

24. Falsche Matchlänge

Wenn ein Match auf eine falsche Matchlänge gespielt und abgeschlossen wurde, gilt das so erhaltene Ergebnis. Wenn ein laufendes Match auf eine falsche Matchlänge gespielt wird, bleibt das laufende Spiel unbetroffen, aber die Matchlänge wird, wenn möglich, zu Beginn des folgenden Spieles berichtigt. Wenn das Match auf die falsche Matchlänge durch das laufende Spiel beendet wird, ist eine solche Berichtigung nicht möglich und das so erhaltene Ergebnis gilt. Weiterhin ist eine Berichtigung der Matchlänge nicht möglich, wenn die berichtigte Matchlänge kürzer ist als die falsche und die Berichtigung das Match sofort beenden würde. In diesem Fall wird das Match auf die falsche Matchlänge zu Ende gespielt und das so erhaltene Ergebnis gilt.

25. Streitfälle, Beschwerden

Wenn es zu einem Streitfall zwischen Spielern kommt, müssen diese die Würfel, die Checker, den Verdopplungswürfel, die Scorecards und alle anderen zur Sache gehörigen Gegenstände unberührt lassen und den Turnierdirektor zur Klärung des Streitfalles herbeirufen. Wenn einer der Spieler gleichzeitig Turnierdirektor ist, ist der Streitfall von einem anderen Turnierdirektor zu klären.

26. Einsprüche

Gegen die Entscheidung des Turnierdirektors kann Einspruch eingelegt werden, aber ein dementsprechender Antrag ist so schnell wie nach vernünftigem Ermessen möglich zu stellen. Im Anschluss an einen solchen Antrag ist ein Ruling Committee zu bilden und so schnell wie nach vernünftigem Ermessen möglich über den Einspruch zu entscheiden. Das Ruling Committee kann mit einfacher Mehrheit entweder die ursprüngliche Entscheidung bekräftigen oder sie aufheben oder eine andersartige Entscheidung treffen.